(PM 08/19)
Primärenergiebedarf bleibt entscheidend für die Bilanzierung - FIW-Studie zur Grauen Energie von Wohngebäuden

Berlin, März 2019 (PRG)

Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts für Wärmeschutz (FIW) zeigt: Bezüglich des Einsatzes Grauer Energie gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Mauerwerk- und Holzkonstruktionen. Mögliche Differenzen der einzelnen Außenwandsysteme, beispielsweise auch beim Ziegelmauerwerk, werden umso kleiner, je weiter der Betrachtungshorizont in der Zukunft liegt, heißt es in der FIW-Studie. Die Analysen wurden für das Typengebäude Einfamilienhaus auf Basis des EnEV 2016-Standards sowie des Bewertungssystems für nachhaltige Bauten des Bundes durchgeführt. Als Grundlage der Berechnungen dienten die öffentlich verfügbaren Daten der Baustoffdatenbank Ökobaudat.

Anteil des Primärenergiebedarfs deutlich größer

Entscheidend sei weiterhin der jährliche Primärenergiebedarf für die Bereitstellung von Heizwärme und Warmwasser. Im Vergleich sei der Anteil der Energie des Gebäudebetriebs zu demjenigen der Grauen Energie deutlich größer und nehme mit steigendem Nutzungszeitraum weiter zu. Bei langen Nutzungszeiten definieren sich die Vorteile einer Konstruktion zusätzlich durch Langlebigkeit und Robustheit mit geringem Wartungs- und Instandhaltungsaufwand.

Ausgewogenes Verhältnis zwischen Ökologie, Ökonomie und Bautechnik

„Zum wiederholten Mal bekräftigt eine wissenschaftliche Studie unsere Auffassung, dass für die Nachhaltigkeitsqualität eines Gebäudes die energetische Qualität und die Dauerhaftigkeit des Baustoffs entscheidend sind“, kommentiert der Geschäftsführer der Deutschen Poroton, Clemens Kuhlemann. Da komme es eben nicht nur auf ökologische Aspekte an. In der FIW-Studie heißt es dazu: „Der ideale Baustoff steht in einem ausgewogenen Verhältnis hinsichtlich ökologischer, ökonomischer und bautechnischer Aspekte und wird auch weiteren individuellen Anforderungen wie Schall- und Brandschutz gerecht.“

Erster klimaneutraler Ziegel Poroton-T7

Dennoch müsse man im Sinne einer Lebenszyklusbetrachtung an das Thema Graue Energie ran, meint Clemens Kuhlemann. Diesbezüglich legte die Deutsche Poroton bereits im Januar vor: Auf der BAU 2019 in München präsentierte der Markenverband den ersten klimaneutralen Ziegel Deutschlands, den perlitverfüllten Poroton-T7 aus dem Werk Zeilarn. Der TÜV Nord bescheinigte im Zertifikat, „dass auf Basis des berechneten Product Carbon Footprint und einer Produktionsprognose für 2019 Emissionsreduktionszertifikate für die geplante Jahresproduktion der Ziegelsorte Poroton-T7 stillgelegt wurden.“ Die Berechnung des Carbon Footprint bezieht sich dabei im Cradle-to-Gate-Ansatz auf den gesamten Lebenszyklus des Produkts bis zum Werkstor.

„Dieses Prüfzeichen ist Bestätigung für unsere Strategie, nachhaltige Produkte für nachhaltigen und baukulturell hochwertigen Wohnungsbau zu entwickeln, der genau deshalb bezahlbar bleibt“, freut sich Poroton-Geschäftsführer Clemens Kuhlemann.

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Poroton T7 - klimaneutral produzierter Ziegel

Bildunterschrift 1:

Vom TÜV Nord zertifiziert: Der perlitverfüllte Poroton-Ziegel T7 ist der erste klimaneutrale Ziegel Deutschlands.

Foto: Deutsche Poroton

Bild in hoher Auflösung
Grafik "graue Energie" - FIW Studie

Bildunterschrift 2:

Vergleich von Grauer Energie für das Gebäude und Primärenergie für den Gebäudebetrieb in Abhängigkeit des Gebäudestandards. Bei allen dargestellten energetischen Gebäudestandards (EnEV 2016, Effizienzhaus 70 und Effizienzhaus 55) übertrifft der Primärenergieaufwand im Betrieb den Aufwand für Errichtung, Ersatz und Entsorgung deutlich.

Grafik: FIW München

Bild in hoher Auflösung
"Graue Energie" der Gebäudehülle - Grafik aus FIW-Studie

Bildunterschrift 3:

Graue Energie in kWh/(m²a) für die Gebäudehülle in Abhängigkeit vom spezifischen Transmissionswärmeverlustkoeffizienten H‘T bei einem Betrachtungszeitraum von 50 Jahren (links) und 80 Jahren (rechts). Die vertikalen Linien markieren die Mindestanforderungen nach EnEV 2016 (0,40 W/(m²K) –grüne Linie) und eine Verbesserung um 10% (0,36 W/(m²K) – grün gestrichelte Linie). Mit steigenden Anforderungen an H’T nimmt auch der Primärenergieaufwand zu.

Grafik: FIW München

Bild in hoher Auflösung
Anteil der Gebäudehülle an der "Grauen Energie"

Bildunterschrift 4:

Der Anteil der Gebäudehülle am gesamten Bedarf an Grauer Energie beträgt für 50 Jahre etwa 62-67% und für 80 Jahre etwa 60-63% (Median). Innerhalb eines Konstruktionstypus liegt der Schwankungsbereich bei etwa 5-8%.

Grafik: FIW München

Bild in hoher Auflösung